Verbundene Kirchengemeinden Brome-Tülau und Ehra

Kirche digital - einander nahe sein in Krisenzeiten

Kirche digital. Bei den Menschen.

In den letzten Tagen haben Kolleginnen und Kollegen Angebote entwickelt, um Kontakt zu halten, Seelsorge anzubieten, miteinander Gottesdienste und Andachten zu feiern.
Hier eine Auswahl der digitalen Möglichkeiten: Eine Übersicht bietet:


 Telefonseelsorge, Chat-Seelsorge, Pfarrämter und Diakonie vor Ort bieten Unterstützung an. Hilfsangebote werden in den Kirchengemeinden entwickelt. Wer selbst tätig werden möchte und nicht zur Risikogruppe gehört, kann Einkaufshilfe anbieten. Nachbarn entlasten. Wir alle können Grußkarten und Blumen senden, anrufen.
Wer hätte das je gedacht!
„Herr Pastor, wir wissen ja, wo die Kirche steht! Wenn wir sie brauchen, dann kommen wir“. Was jüngst ein Gemeindeglied mit Augenzwinkern äußerte, macht nun gerade in dieser Krisenzeit ein Dilemma bewusst, das es in der Geschichte unserer Kirche so noch nicht gegeben hat: ausgerechnet jetzt ist die Kirche in ihrem Herzstück getroffen, in der in und mit ihr gelebten Gemeinschaft ein Stück Kraftquelle für ihre Gemeindeglieder zu sein. In herkömmlicher Form kann sie das nun nicht mehr erfüllen. Die Kirchen müssen zu bleiben und Ostern können wir in der geplanten Form nicht feiern (dabei wollten wir in diesem Jahr das beliebte Osterfrühstück unter ganz neuen Vorzeichen auflegen). Zurzeit ist nicht mal die Möglichkeit gegeben, die Kirchen zum stillen Gebet zu öffnen. Nun sind gute Ideen gefragt, Gemeinschaft trotzdem zu leben.

Wir bleiben im Austausch. Gebet und Fürbitte sind gute Kraftquellen, die vielen Fragen, Ängste und Nöte in diesen Tagen zu begleiten und aufzufangen.
Das Pfarramt bleibt telefonisch erreichbar; wir werden Informationen und Ideen auf dieser Seite einbringen; und wir werden uns auch an dieser Stelle um gute Worte zu sammeln versuchen. Die Seite wird laufend aktualisiert und angepasst. 
Es gibt manche guten Ideen, zum Beispiel unter zu bestimmten Zeiten vereinbartem Glockengeläut Hausandachten zu feiern und so zu wissen: wir bleiben verbunden. Hinweise zu den Hausandachten s.u.

Bleiben Sie gesund und behütet!

Ich muss dabei denken an ein Wort, das in der Bibel Geschichte geschrieben hat: „Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch“. (Psalm 68,20) Die ältere Generation kennt das: manche Last und Prüfung im Leben verhalfen dazu, aus der Krise gestärkt und neu ausgerichtet herauszufinden. Und das wünsche ich uns in diesen Tagen auch.

Übrigens: Falls Sie auf der Suche nach guten Gebeten für zwischendurch sind: als erste gute Quelle bietet sich manches Gebet im Anhang unseres Gesangbuches an, z.B. EG 926:

„Gott, zu dir rufe ich am frühen Morgen
hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu dir;
ich kann es nicht allein.
In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht
ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht
ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe
ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden
in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld
ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt einen Weg für mich.
Vater im Himmel,
Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht,
Lob und Dank sei dir für den neuen Tag,
Lob und Dank sei dir für alle deine Güte und Treue in meinem vergangenen Leben.
Du hast mir viel Gutes erwiesen,
lass mich nun auch das Schwere aus deiner Hand hinnehmen.
Du wirst mir nicht mehr auferlegen, als ich tragen kann.
Du lässt deinen Kindern alle Dinge zum besten dienen.
Herr Jesus Christus,
du warst arm und elend, gefangen und verlassen wie ich.
Du kennst alle Not der Menschen,
du bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht,
du vergisst mich nicht und suchst mich,
du willst, dass ich dich erkenne und mich zu dir kehre.
Herr, ich höre deinen Ruf und folge. Hilf mir!
Heiliger Geist,
gib mir den Glauben, der mich vor Verzweiflung und Laster rettet.
Gib mir die Liebe zu Gott und den Menschen, die allen Hass und Bitterkeit vertilgt,
gib mir die Hoffnung, die mich befreit von Furcht und Verzagtheit. Amen“

Gottesdienste und Andachten im Radio oder Fernsehen

Hier beispielhafte Empfehlungen für Gottesdienste und Andachten im Radio oder Fernsehen:
So.                      9:30 Uhr           Fernsehgottesdienst                 (ZDF)
So.                      10:00 Uhr         Radiogottesdienst                     (NDR Info)
Do.                     ca. 7:40 Uhr     „Im Anfang war das Wort“     (NDR Info)
Mo. – Sa.          7:50 Uhr           Morgenandacht                         (NDR Kultur)
Mo. – Fr.           9:45 Uhr           Morgenandacht                         (NDR 1)
Täglich               18:12 Uhr         Moment mal                               (NDR 2)
Mo. – Fr.           21:50 Uhr         Nachtgedanken                          (NDR 1)

Sonntagsgottesdienst: https://kirche-brome-tuelau-ehra.wir-e.de/aktuelles?preview=true

In Andacht und Gebet verbunden bleiben:

Liebe Bewohner unseres Pfarrverbundes Brome-Tülau/Ehra!

Dieser Gruß der Kirchengemeinde erreicht Sie und Euch in Zeiten, die anders sind als gewöhnlich. Wir gehen auch ungewohnte Wege. Mit diesem Schreiben bringen wir unsere Verbundenheit mit den Orten und den Menschen, die hier leben, zum Ausdruck.

Wir können im Moment wegen der Corona-Pandemie in unseren Kirchen keine Gottesdienste feiern, aber wir können trotzdem verbunden sein: miteinander und füreinander beten. Abends um 18.00 Uhr und am Sonntagmorgen zur Zeit des Gottesdienstes läuten die Glocken und laden dazu ein.

Als Downloads finden Sie Vorschläge für Andachten, die jede/jeder bei sich zu Haus feiern kann. Wir würden uns freuen, wenn diese Worte Sie und Euch durch die kommenden Tage begleiten.

Auf der Homepage unseres Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen (www.kirche-wolfsburg-wittingen.de) finden Sie / findet Ihr jeden Tag ein Gebet oder einen Text. Dort werden auch aktuelle Nachrichten aus unserem kirchlichen Bereich veröffentlicht. Auch die Homepage der Evangelischen Landeskirche Hannovers (www.landeskirche-hannovers.de) bieten sehr gute Informationen und Impulse für das Leben in diesen Zeiten.

Und schließlich bleiben wir Ihnen auch hier verbunden mit  Impulsen und Ideen.

Eine große Bitte haben wir an dieser Stelle: nicht alle unsere Bewohner*innen und Gemeindeglieder sind im Internet beheimatet. Das trifft vor allem auf die Generation zu, der in dieser Zeit Isolation und Vereinsamung droht.  Darum unsere herzliche Bitte: wenn Sie jemand in Ihrer Familie oder in Ihrem Umfeld und Bekanntenkreis eine Freude machen wollen, von dem Sie wissen, dass er/sie das Internet nicht (mehr) nutzt, dann drucken Sie bitte die Download-Dateien aus und geben Sie sie weiter. [Das wäre ein bisschen wie Einkaufshilfe :)]. Herzlichen Dank dafür!

Es grüßen Sie und Euch herzlich: die Mitglieder der Kirchenvorstände und Ihr Pastor Helmut Kramer 

Ein Impuls für die Passionszeit
„Die Hölle war total überfüllt, und noch immer stand eine lange Schlange am Eingang. Schließlich musste sich der Teufel selbst herausbegeben, um die Leute fortzuschicken. „Bei mir ist nur noch ein einziger Platz frei”, sagte er, „den muss der größte Sünder bekommen.”
Der Teufel hörte sich die Verfehlungen der einzelnen an. Aber was auch immer sie ihm erzählten, nichts schien ihm schrecklich genug, als dass er dafür den letzten Platz in der Hölle hergeben mochte. Doch da stand noch ein Mann ganz für sich allein, den er noch nicht befragt hatte.„Was haben Sie denn getan?” fragte ihn der Teufel.
„Nichts”, sagte der Mann, „ich bin ein guter Mensch und nur aus Versehen hier“. „Aber Sie müssen doch etwas getan haben”, sagte der Teufel, „jeder Mensch stellt etwas an.”
„Ich sah es wohl”, sagte der ‚gute Mensch‘, „aber ich hielt mich davon fern. Ich sah, wie Menschen ihre Mitmenschen verfolgten, aber ich beteiligte mich niemals daran. Sie haben Kinder hungern lassen und in die Sklaverei verkauft; sie haben auf den Schwachen herumgetrampelt. Überall um mich herum haben Menschen Übeltaten jeder Art begangen. Ich allein widerstand der Versuchung und tat nichts.”„Absolut nichts?” fragte der Teufel ungläubig, „und Sie sind sich völlig sicher, dass Sie das alles mitangesehen haben?”
„Vor meiner eigenen Tür”, sagte der ‚gute Mensch‘.
„Und nichts haben Sie getan?” wiederholte der Teufel. „Nein! Nichts!“
„Komm herein, mein Sohn, der Platz gehört dir!“
Und als er den ‚guten Menschen‘ einließ, drückte sich der Teufel zur Seite, um nicht mit ihm in Berührung zu kommen“.
Die Geschichte ist nicht in unseren Tagen entstanden, sozusagen unter den Gegebenheiten einer sich globalisierenden Welt, wo man eigentlich gar nicht mehr drum herumkommt, auf Elend und Not „vor der eigenen Haustür“ gestoßen zu werden, sondern sie stammt aus dem 17. Jahrhundert. Pedro Calderón de la Barca, ein spanischer Gelehrter und Priester hat sie aufgezeichnet; und es ist, als wollte er damals schon deutlich machen: wer sich fragt, wozu er auf dieser Welt ist, was sein Leben für einen Sinn hat, der kann nicht achtlos an seinem Nächsten vorbeigehen; den kann die versteckte oder offensichtliche Not in seinem Umfeld nicht unbeteiligt lassen. An dieser Frage hat sich durch die Jahrhunderte hindurch nichts geändert. Deshalb gilt auch uns: welchen Sinn hat mein Leben? Wo könnte es sein, dass ich ‚aus Versehen‘ anstehe?
Gustav Lohmann hat das in seinem Lied (EG 419) im Jahre 1962 so formuliert: „Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens, dass ich nicht vergebens hier auf Erden bin“... Es lohnt sich, das Lied mal nachzuschlagen.
Zurzeit haben viele unter uns viel Zeit zum Nachdenken… Neben dem Dank für die vielfältige Hilfe der Helfer und Retter in unseren Tagen und jenseits der Feststellung, dass zu Hause bleiben langweilig ist und einsam macht; jenseits auch der Sorgen, wie es nun weitergeht, ist vielleicht auch Zeit für diesen Gedanken: welchen Sinn hat mein Leben, meine Zeit nun? Bleiben Sie behütet!

Ostergruß des Landesbischofs für die Kirchengemeinden